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Stativschelle RF 100-500 klemmt schlecht / nicht mehr: Ursache


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Leider finde ich hier keine passende Sektion für Reparatur/Tuning, daher poste ich das mal in Zubehör, da Zubehör betroffen ist.

Ggf mag der Admin das umparken (doch in "Objektive"?)

 

Prolog:

Irgendwo (finds nicht mehr) hatte ich schon vor Urzeiten über Beschwerden von einer schlecht klemmenden Schelle des RF 100-500 nebst vehementen Gegenmeinungen (wie kann das sein !?)gelesen, kurz an meinem Objektiv getestet und (damals) für o.k. befunden.

Nach intensiverem Sommereinsatz musste ich jedoch festellen, dass auch meine Schelle nicht mehr richtig feststellt (tolles Wortspiel😉) und sich beim Tragen und Arbeiten leicht in der Schelle verdreht (nervt mich total, wenns nicht winklig ist).

Und an einem ruhigen Tag habe ich dann mal nach der Ursache geforscht:

Los geht es mit dem Bereitlegen des Werkzeugs:

Kleiner Schlitzschraubendreher

Pinzette und/oder Spitzzange

(Guter) Kreuzschlitzschraubendreher, z.B. WERRA PH 00

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Ein guter Satz (dann vernünftig) passender Schraubendreher ist eine Anschaffung fürs Leben und schont die teilweise winzigen Schrauben im Fotobereich.

Ansonsten ist neben dem hier erforderlichen PH 00 ein PH 0 nützlich (z.B. für Bajonettschrauben)

Schraubensicherung

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Ich nutze einen handelsüblichen Schraubensicherungskleber, z.B. Loctite 243 in -wichtig- maximal mittelfest (hochfest ist fast wie verschweißt, das bekommt man ohne Erhitzen kaum wieder los).

Klugscheissermodus: Es handelt sich hier um sogenannte anaerobe Kleber, d.h. sie härten nur bei Luftausschluss ab (innerhalb der Verschraubung kommt ja keine Luft mehr dran).

Aus diesem Grund sind die Kleberflaschen auch beim Kauf kaum befüllt, es handelt sich nicht um Beschiss oder Fehlbefüllung, sondern die Luft in der Flasche verhindert das ungewollte Aushärten!

Los geht`s:

Die magische Feststellschraube von innen:

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Man sieht den Sprengring, der eine Unterlegscheibe und darunter eine Feder sichert-

Feststellschraube ganz reindrehen (wie beim Feststellen), dann den Sprenring mit einem kleinen Schlitzschraubendreher seitlich aushebeln.

Dabei möglichst eine Hand oder einen Lappen über die "Baustelle" legen, dann fliegen Scheibe und Feder nicht durchs gesamte Zimmer (Keine Angst, der Federdruck ist nicht besonders hoch).

Feststellschraube ganz rausdrehen.

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An der Schelle befindet sich dann noch eine hutförmige Stahlhülse, die mit drei kleinen Kreuzschlitzschrauben PH 00 in der Schelle verschraubt ist/sein sollte.

Klugscheissermodus: Warum diese Hülse und nicht ein Gewinde direkt in der Aluschelle? Ein -insbesondere wie hier konstruktiv nur kurzes- Gewinde in Alu ist schnell dahin, daher sind z.B. auch die Stativanschlussgewinde in den Schellenfüßen als Stahleinsatz gefertigt, damit Grobmotoriker diese nicht sofort ruinieren.

In diesem Zusammenhang fiel mir übrigens auf, dass diese Fußhülse nicht mehr wie früher wechselbar verschraubt ist, sondern im Alu vergossen. Grund könnte eine Sparmaßnahme sein, vielleicht gab es aber auch nur wenige Reklamationen über abgerissene Gewinde.

 

Diese Hülse sollte bündig mit der Schelle abschliessen:

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Bei mir stand diese Hülse knapp einen 1/2 mm ab (hier nur nachgestellt zum Nachvollziehen) und die Schrauben waren teilweise nicht mehr richtig fest:

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Und dieser kleine Spalt war die Ursache der mangelnden Klemmung?

Ja! Es genügt nicht viel weiterer Schraubendruck, um die Schelle an den Objektivtubus zu drücken, ohne eine etwaig dahinter liegende Mechanik zu beschädigen!

Die Klemmschraube liegt beim Feststellen schlussendlich auf dem Hutflansch auf und verhindert so sinnvollerweise eine weiteres Einwürgen der Schraube in das Objektivgehäuse.

Dadurch dass der Hutflansch/die Stahlhülse ein wenig aus dem Sitz gedrückt wurde, konnte diese Schraube die Schellenbacken nicht mehr ausreichend aufpressen.

 

Hier noch ein paar Detailbilder der Hülse und der großen Schraube:

comp_StativschelleRF100-500_23-09-25_0012.thumb.jpg.3a15c2d78eb3c7540b1f5c65553020cf.jpgcomp_StativschelleRF100-500_23-09-25_0013.thumb.jpg.0703d4a7517c9739b4b201ec48c41ea0.jpg

Die Hülse scheint auch nochmal zu teilen zu sein (s. Rille und Loch aud der Schraubenseite), ich habe nach erfolglosem ersten Versuch mangels Erfordernis von einer weiteren Zerlegung abgesehen.

Die große Frage ist jetzt, wie konnte die Hülse sich so aus der Schelle schieben??

Selbst ein Grobmotoriker sollte das nicht schaffen können, da die Schraube ja im Endanschlag auf der Hülse selbst aufliegt und der Anpressdruck auf den Stativbacken und letztlich auf dem Objektiv ausreichend berechnet und die Verschraubung mit den 3 kleinen Schrauben darauf aufgelegt sein sollte.

Die Schrauben waren auch ab Werk alle mit Schraubensicherungslack versehen, das sieht man an den blauen Spuren auf dem Gewinde:

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Vielleicht waren die Schrauben bei mir und einigen anderen nicht richtig angezogen, das würde auch die unterschiedlichen Erfahrungen erklären.

Oder die Schrauben sind doch falsch designt:

Flachkopfverschraubungen können immer etwas seitliches Spiel haben, während sich Senkkopfschrauben (links und Mitte)

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in ihrem gesenkten Sitz selbst zentrieren.

Naja, als erste Maßnahme habe ich jedenfalls die Schrauben nochmal mit einem Tropfen (mit einer Nadel oder Büroklammer) Loctite versehen und mit Gefühl fest eingedreht.

Dann die Feststellschraube wieder ganz eindrehen, Feder (das dicke Ende Richtung Schraubenkopf) und Scheibe aufsetzen und (und das ist jetzt der kniffligste Teil der Aktion) die Scheibe runterdrücken und den Sprenring von der Seite mit einer Spitzzange oder Pinzette wieder in seine Nut einführen und einrasten lassen.

Fettich! Klemmt wie vorher - mal sehen wie lange....

 

Grüße

Frank

 

 

bearbeitet von canograf
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Frank, ganz herzlichen Dank für diesen Bildbericht. Meine Schelle ist nun auch nach einigen Monaten Einsatz nicht mehr fest genug und rutscht schon mal durch. Ich werde es also, wie du kontrollieren, ob das eben so bei mir aussieht. Bei der Schellenkonstruktion gefällt mir auch nicht der Fuß. Die meisten haben zusätzlich eine Arca swiss Platte darunter geschraubt. So nimmt das Objektiv leider mehr Platz in dem Transportmittel weg. Ich habe den Fuß einfach abgesägt und direkt die Arca S- Platte darunter geschraubt. 😛

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Moin Frank, besten Dank für das Teilen Deiner Erfahrungen und ausführliche Beschreibung, wie man auf den grünen Zweig kommt

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 .
Da ich mein 100-500 zu 95% von Hand nutze, ist mir die Problematik noch nicht bekannt. Wenn es aber irgendwann kommt, ist man mit dank dieser Beschreibung gleich etwas weiser.
Auf meiner alten Homepage hatte ich mal auch eine "Bastelecke" für Contax, Canon (EF) und Verschiedenes gehabt.
Diese ist aber bereits überholt, da es nicht um die Teile des R System ging.
Irgendwo hier im Forum hatten wir aber bereits eine +/- Anleitung wie man aus dem Gimbal und einer Alu-Pfane ein bodennahes Stativ basteln kann.
Aus meiner Sicht wäre es schön, solche Sachen in einem Bereich zu sammeln oder zumindest zu verlinken.
Man weiß ja nie, wann man mit einem Problem oder einer unklaren Teillösung konfrontiert wird

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  • 2 weeks later...

Kleiner Nachschlag:

Mir ist "zufällig" eine gebrauchte IShoot-RF150-Stativschelle ins Haus geflattert und ich habe sie natürlich neugierig ebenfalls zerlegt.

Ein Spalt am Hutflansch war ebenfalls vorhanden, da die Schrauben sich auch bereits gelockert hatten:

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Die Schrauben waren nicht mit Sicherungslack gersichert, aber wenigstens sind es Senkkopfschrauben:

Der Aufbau der Klemmung ist ähnlich wie bei Canon, allerdings ist der Hutflansch nur mit 2 Schrauben befestigt und die Feder hat auf einer Seite keinen winkligen Abschluss, da offenbar von einer längeren Feder abgeknipst (die habe ich zwar durch eine passende Feder aus meinem Fundus ersetzt, das hat jedoch keinen Einfluss auf die Funktion).

Der Schraubenanschlag ist die Schelle (sieht man oben am abgeschürften Rand), bei Canon liegt die Schraube auf dem Hutflansch auf.

M.E. ist die Klemmung nicht wirklich besser als bei Canon, zumal die Schraube weniger griffig ist.

Die Arca-Fräsung ist zwar besser gedacht als bei der Canon-Schelle, aber leider fehlt es mal wieder an einer optimalen Umsetzung:

Der Fuss ist leider hinten zu kurz, um in Kombination mit einer leichten Kamera (bei mir R7) auf einem Gimbal vernünftig im Schwerpunkt befestigt zu werden.

Bei mir sitzt der Fuss dann nur halb in der Klemme.

Letztlich werde ich wohl auch hier wieder eine zusätzliche, längere ARCA-Schiene anbringen (müssen), so dass für mich als einziger Vorteil der IShoot-Lösung die schwarze Farbe der Schelle darstellt...nicht wirklich überzeugend.

Grüße

Frank

 

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  • 3 weeks later...
  • 6 months later...

Moin,

wenn ihr öfters mit solchen C-Ringen am Zubehör zu tun habt, lohnt es sich ja schon fast, ein entsprechendes Setzwerkzeug für die C-Ringe zu benutzen - gibt es in verschiedenen Größen ... Da der Ring im Setzer so eingesetzt wird, daß er auf der einen Seite Plan mit dem Werkzeug anliegt, läßt sich so ein C-Ring dann mühelos auch sehr dicht am zu sichernden Gut wieder ansetzen - und das ohne Verrenkungen mit der Zange oder daß der Ring wieder weg springt.

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Hier das ganze Werkzeug für Ringe mit ø3,2mm

Hier kann man sehr gut die Kante sehen, wo der C-Ring dann angesetzt wird - habe leider grad keinen passenden C-RIng zur Hand ...

Gruß, Christoph

 

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👍👍👍

Dieses Setzwerkzeug kannte ich noch nicht! 

Das hätte ich beim Service (neu fetten) meiner Cullmann Titan-Köpfe gut gebrauchen können.

Die haben einen Sicherungsring tief innen im Kopfgehäuse, da kam ich nur mit viel Geduld und Ameisenfingern ran.

Danke

Frank

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